Drei Fragen an… Susanne Hudelist, ikp Wien

Für eine Artikelserie auf meiner Website habe ich in den letzten Wochen mehreren KommunikationsexpertInnen drei Fragen gestellt.

Den Anfang macht Mag. Susanne Hudelist, Managing Partner ikp Wien GmbH.



Was raten Sie potenziellen Berufseinsteigern, die in der PR Fuß fassen möchten? Erst eine Ausbildung oder „learning by doing“?

„Definitiv eine Ausbildung aus dem Strauß rund um Kommunikationswissenschaften. Immerhin sind PR eine wissensbasierte Dienstleistung und verlangen breites Know-how, nicht nur in der Kommunikation, sondern auch im Markt der betreuten Kunden. Learning by doing im Rahmen von Traineeships oder als Teamassistant in einem Kundenteam ist dann der zweite Schritt.“

Sind ehemalige Journalisten, die in die PR wechseln, automatisch gute Kommunikatoren, weil sie – wie man annehmen könnte – wissen, was Presse und Publikum wollen?

„Sie sind oft herausragende Contentproduzenten, Texter und Interviewer. Wenn sie auf einen Markt spezialisiert waren, z.B. Energie, Versicherungswirtschaft etc., kennen sie diesen meist sehr genau, auch die wichtigen Player. Woran es manchmal hakt sind Strategie- und Beratungskompetenz sowie Dienstleistungsbereitschaft.“

Blick in die Glaskugel: Sehen Sie den einen Kommunikationstrend 2017 schon am Horizont?

„Durch die immer stärkere Individualisierung und Vernetzung von Konsumenten sehen wir drei große Trends:

Glaubwürdigkeit ist die zentrale Währung in der Öffentlichkeitsarbeit. Unternehmen und ihre Marken reüssieren, wenn sie Sinn stiften. Kaufentscheidungen sind immer stärker gewissensgetrieben. Konsumenten wollen zunehmend etwas Gutes bewirken, für die Umwelt oder die Gesellschaft. Das kann direkt sein – pro gekaufter Brille gibt’s eine Spende für sehschwache Kinder – oder indirekt, weil man weiß, dass die Organisation nachhaltig wirtschaftet, Flüchtlinge ausbildet, in Österreich produziert etc. In der Kommunikation gilt es also, langfristig Vertrauen aufzubauen. Dann zahlen auch vielerorts gefürchtete Trends wie der zunehmende Aktivismus der User auf Social Media auf das Unternehmensimage ein.“

„Traut euch offenen Dialog! Das Sender-Empfänger-Prinzip ist obsolet, und Unternehmen können auch von negativem Feedback ihrer Konsumenten nur profitieren. Es gilt, zuzuhören und Strategie und Produktentwicklung stärker auf Konsumentenwünsche auszurichten. Natürlich verbreiten sich auch brisante Themen in real time. Heißt, Monitoring und rasche Reaktion sind Voraussetzung. Der Schlüssel für den PR-Erfolg liegt im schnellen Verständnis der neuen Kommunikationskultur.“

„Geschichten müssen transmedial erzählt werden. Um immer fragmentiertere Zielgruppen zu erreichen, gilt es, gute Geschichten zu erzählen, und zwar über alle Kanäle hinweg. Reines Botschaften Platzieren ist vorbei und wird rasend schnell ins Lächerliche gezogen. Reputationspflege in Printmedien behält aber auch ihre Daseinsberechtigung. Leitmedien profitieren durch ihren Qualitätsanspruch sogar vom Aufschwung der digitalen und sozialen Medien. Immerhin greifen die meisten Zitate in sozialen Medien nachweisbar genau auf diese full attention-Leitmedien zurück, und mittlerweile bespielen auch diese alle Kanäle von Twitter über Facebook bis zu dark social wie whatsapp. Durch den Filter Qualitäts-Printmedium erreicht man somit nach den Meinungsbildnern auch ein breites Publikum – und das Vertrauensmascherl ist gleich mit dabei.“



 

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