So erschaffst Du ein Arsenal an Blogartikeln

Früher musste alles schnell gehen. Früher – das war, bevor ich diese Website gestartet habe. Ich hatte ein Thema für einen Artikel und schrieb ihn in wenigen Minuten runter. Dies war natürlich zum einen meinem Beruf geschuldet, zum anderen meiner Ungeduld.

Als ich gemeinsam mit Eugen Schmidt vor vielen Jahren das Portal netzreporter.at startete, mussten wir natürlich massenhaft Content produzieren. Und ich wollte das immer schnell und nahezu perfekt machen.

Hat auch gut funktioniert. Mir ist Schreiben schon immer leicht gefallen, was mir dann auch später in meinen Jobs in Redaktionen zu Gute kam.

Und dann war da natürlich die erwähnte Ungeduld. Ich wollte mich nie zu lange mit einem Thema aufhalten: Idee, Computer an, schreiben, bisschen umformulieren, Bild dazu, fertig. Nächstes Thema.


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So habe ich es auch bei meinen bisherigen Blogexperimenten gehalten – und das waren in den letzten Jahren doch schon einige (Liste unvollständig): Vom „Alles kann, nichts muss“-Blog auf der Plattform twoday.net (erinnert sich noch jemand?) über meinen ersten WordPress-Blog namens „Fußball Extern“ (eine ironische Anspielung auf die Kolumne „Fußball Intern“ in der Kleinen Zeitung. Nicht lustig? Ok.), einem weiteren Blog-Bauchladen unter christophluke.com bis hin zu „Lo Scudetto“, einem Blog über die Serie A und im speziellen über die AS Roma.

Diese Blogs haben eines gemeinsam: Sie existieren nur mehr auf meiner Festplatte oder in Fragmenten im Web-Archiv. Weil ich die falsche Schreibstrategie hatte. Oder anders gesagt: Weil ich gar keine hatte und eben alles blitzschnell in die Tastatur hämmerte, wie es mir gerade in den Sinn kam.

Ich wollte das schon immer ein wenig ändern, um einfach entspannter zu schreiben, habe aber nie den entsprechenden Anlauf genommen. Bis jetzt.

Das hat natürlich im Wesentlichen drei Gründe:

  • Ich muss hier nicht zehn Artikel am Tag veröffentlichen. Das braucht und erwartet niemand von mir, am wenigsten ich selbst.
  • Ich will versuchen, mit meinen Texten auf diesen Seiten den LeserInnen einen echten Mehrwert zu bieten. Zumindest so weit, dass sie sagen können: Okay, dieses oder jenes Thema kenne ich zwar schon, ist aber eine interessante Sichtweise, ein für mich neuer Ansatz, was auch immer.
  • Und es ist doch so, dass ein Blog schwer zu pflegen ist, wenn ganz einfach die Ideen ausbleiben. Und die Ideen bleiben meist dann aus, wenn man keine Schreibstrategie hat. Dann beginnt das ganze Ding nämlich sehr mühsam zu werden und man lässt es sein.

Das Schöne an meinem System: Seit es ins Rollen gekommen ist – ein bisschen Vorbereitung braucht es schon – habe ich zu jeder Zeit mehrere Artikel auf meinem Rechner gespeichert, die beinahe fix und fertig für die Veröffentlichung sind.

Auch wenn tatsächlich mal die große Schreibblockade da sein sollte und tagelang gar nichts geht, kann ich noch immer auf vorbereitetes Material zurückgreifen.

Wie sieht mein System nun aus?

Es gliedert sich in drei Schritte.

Schritt 1: Ideensammlung
Ideen für Artikel schreibe ich stichwortartig nieder. Oft ist es wirklich nur ein Wort, manchmal mehr, manchmal ein Satz. Einfach so viel, damit ich auch ein paar Tage später noch weiß, worum es geht. Ich mache das derzeit meistens mit der App „Drafts“ (manchmal auch mit einem echten Notizbuch), die nicht mehr als ein simpler Notizblock auf meinem Smartphone ist. Wann immer mir also eine Idee kommt, habe ich sie binnen Sekunden notiert.

Schritt 2: Neue Texte
So heißt ein Ordner auf meinem Computer, in dem die Erstversion eines Textes gespeichert wird. Ich nehme mir also eine der Ideen und schreibe einen Erstentwurf des Artikels. Ich achte dabei noch nicht allzu sehr auf hundertprozentige, durchgängige Lesbarkeit, sondern bin da eher bei – sagen wir – 85 bis 90 Prozent.

Hier geht es mir darum, dass ich meine Gedanken ordne und das Thema ausformuliere. Der Text kommt eben in meinen Ordner „Neue Texte“.

Es kann natürlich vorkommen, dass mir eine Idee einige Tage nach dem Aufschreiben im Notizblock nicht mehr gefällt. Dann schiebe ich sie erstmal für eine Woche auf. Gefällt sie mir dann noch immer nicht oder finde ich keinen anderen Ansatz, fliegt sie raus.

Schritt 3: Ablage
Ich lasse mindestens eine Nacht, wenn nicht einen ganzen Tag verstreichen, ehe ich mir den Entwurf wieder zur Brust nehme. Und in der Regel gibt es immer irgendetwas zu korrigieren, gefällt mir eine Formulierung nicht so gut, kommen noch inhaltliche Ergänzungen hinzu.

Ist der Artikel fertig, kommt er in einen Ordner, den ich relativ altmodisch „Ablage“ genannt habe.

Dort treffe ich noch die Entscheidung:

Ist es ein Artikel für den Blog?
Wird er Teil meines nächsten E-Mail-Kurses?
Kommt er (eventuell adaptiert) in meinen Newsletter?
Wird es ein Inhalt für ein E-Book?

Manchmal fällt diese Entscheidung auch schon während des Schreibens.

Je nachdem wie ich mich entscheide, lege ich den Artikel sofort in WordPress an oder speichere ihn in entsprechende Unterordner (E-Mail-Kurs, Newsletter, E-Book).

Das große Aber zum Schluss:
Aber natürlich gibt es auch nach wie vor Artikel, die mir jetzt in der Sekunde einfallen und die ich jetzt in der Sekunde runterschreibe. Dann aber nicht gestresst oder aus Gründen der Ungeduld, sondern weil es gerade einfach Spaß macht.

Klingt einfach, ist es auch.


Artikel wurde am 14. August 2017 aktualisiert.

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