Media Relations: Was Du bei Deiner Medienarbeit nie tun solltest

Ich habe hier jetzt schon ein paar Artikel darüber geschrieben, was Du tun kannst, um Deine Medienpräsenz zu verbessern. Üblicherweise schreibe ich dann, was man tun sollte oder zumindest mal ausprobieren kann.

Heute drehe ich den Spieß um und nenne drei Dinge, die man nie machen sollte. Niemals nie. Auch nicht ausprobieren. Bitte.

 

Bei der Medienarbeit gibt es eine Menge Dinge zu beachten. Wie überall kann man viel richtig, aber auch viel falsch machen.

Daher: Mach die folgenden drei Dinge nicht, wenn Du nachhaltigen Erfolg bei Deinen Media Relations haben willst.

1. Ignoriere eine Medienanfrage

Wir haben alle viel zu tun und keine Zeit. Du musst priorisieren und die Dinge erledigen, die wichtig sind. Ist klar.

Doch hier kommt Regel Nummer Eins, die einzig wahre Regel, die beim Auf- und Ausbau Deiner Medienpräsenz ganz oben auf Deiner Liste stehen muss:

Jede Medienanfrage ist wichtig. Jede!

JournalistInnen haben mitunter die Angewohnheit, relativ kurzfristig Informationen zu benötigen. Das ist einfach ihrem Beruf geschuldet. Wenn Sie Dich also anrufen oder Dir schreiben, dass sie diese und jene Info – wenn schon nicht am selben, dann bis zum nächsten Tag – brauchen, tun sie das nicht, weil sie Dir auf die Nerven gehen wollen. Sie haben eine Deadline für ihre Geschichte und Dein Antwortverhalten entscheidet darüber, ob Du darin vorkommst oder nicht – und wenn ja, in welcher Form.

Dass Dir diese Anfrage vielleicht gar nicht gelegen kommt, weil Du gerade anderes zu tun hast, mag sein – das darf Dich aber nicht an einer Antwort hindern. Im schlimmsten Fall tut es ein kurzer Anruf. Lote aus, bis wann Du allerallerspätestens mit Deinen Infos rausrücken musst (manchmal nennen Dir JournalistInnen ja auch eine falsche, frühere Deadline, damit sie all ihr Material rechtzeitig beisammen haben) und vereinbare einen Zeitpunkt, bis zu dem Du Dich mit den gewünschten Informationen meldest.

Solltest Du in einem Artikel nicht vorkommen wollen, wofür es ja auch Gründe geben kann, kommuniziere es klar. Aber ignoriere die Anfrage deshalb nicht.

2. Sage ein Interview ab, weil Du keine Zeit oder Lust hast

Es mag schon sein, dass ein Interview, das zum Zeitpunkt der Terminvereinbarung nach einer guten Idee klang, aus unternehmerischer und strategischer Sicht dann vielleicht doch nicht so gut passt oder dass Dein Terminkalender einfach überquillt.

Dieses Interview dann abzusagen, ist aber so ziemlich das Uncoolste, was Du machen kannst. Der Journalist hat sich darauf vorbereitet, das Medium plant damit, also sei auch so fair und halte Dich an Vereinbarungen. Wenn es wirklich nicht anders geht, ist es auch okay, dem Journalisten ganz klar zu sagen, warum es jetzt für Dich besser ist, dass das Interview nicht erscheint, Du Dich aber trotzdem gerne zu einem Hintergrundgespräch mit ihm triffst.

Sieh das Gespräch auch ganz einfach als Möglichkeit, einen bestehenden Kontakt zu vertiefen oder einen neuen aufzubauen. Der Journalist lernt Dich besser kennen und wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit Dir Kontakt aufnehmen. Sagst Du das Interview ab, hörst Du möglicherweise nie wieder etwas von ihm.

3. Lehne ein Interview ab, weil Dir das Medium zu unbedeutend ist

Wenn Du das tust, musst Du schon ziemlich groß und wichtig sein. Und selbst dann ist es grenzwertig.

Flattert beispielsweise eine Anfrage von einen kleinen regionalen Medium bei der Tür herein, gibt es nur eine Möglichkeit für Dich: Antworten.

Es stimmt einfach nicht, dass Medien zu klein oder zu unbedeutend sind. Natürlich kann es sein, dass Dir ein Artikel im „Hintertupfinger Landboten“ in Deinem Business aktuell nicht viel weiterhilft – aber sieh es mal so:

Kannst Du wirklich auf Präsenz im regionalen Blatt, das in die Postkästen von 5.000 Haushalten wandert, verzichten? Auch Kleinvieh macht Mist, denn:

  • Willst Du in die größeren und ganz großen Medien, ist jede Veröffentlichung davor Goldes wert. Es gibt schon etwas über Dich und Dein Geschäft zu lesen – wenn sich Journalisten der „Großen“ später mal vorab über Dich informieren wollen, ist das eine große Hilfe.
  • Es kann auch sein, dass „große“ Medien durch die Story in einem „kleinen“ Medium auf Dich aufmerksam werden. Es gibt wohl kaum eine eifrigere Lesergruppe als Journalisten, die sich ansehen, was die anderen so schreiben.
  • Und denke immer daran: Die junge engagierte Kollegin des „Hintertupfinger Landboten“ wechselt in ein paar Jahren zur großen überregionalen Tageszeitung. Was für ein guter Kontakt für Dich!

Wenn Du doch damals bloß nicht das Interview abgesagt hättest…

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