Drei Fragen an… Michael Röhrig, SPORT1

Für eine Artikelserie habe ich in den letzten Wochen mehreren KommunikationsexpertInnen drei Fragen gestellt.

Heute: Michael Röhrig, Leiter Kommunikation, Sport1 GmbH.



Was raten Sie potenziellen Berufseinsteigern, die in der PR Fuß fassen möchten? Erst eine Ausbildung oder „learning by doing“?

„Beides – und das am besten schon parallel während des Studiums: So können PR-Youngster nicht nur die Theorie zeitgleich in die Praxis umsetzen, sondern auch ihr eigenes Kontakt-Netzwerk aufbauen.

Naheliegende Studiengänge sind Kommunikationswissenschaften, Medien- und Kommunikationsmanagement, BWL mit Schwerpunkt Marketing & Kommunikation oder natürlich auch Journalismus – mit Blick auf einen möglichen späteren „Seitenwechsel“ zu Public Relations.

Praktika im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit empfehle ich sowohl in Unternehmen als auch in Agenturen, um beide „Welten“ kennenzulernen und herauszufinden, welche den eigenen Wünschen und Stärken eher entspricht. Darüber hinaus bereichern natürlich auch Praktika im Journalismus die Vita – im Optimalfall bei Medien verschiedener Gattungen. Wer Erfahrungen im TV, Radio, Online und Print gesammelt hat, versteht auch bei seiner PR-Arbeit die Arbeitsweise der jeweiligen Journalisten und deren Informationsbedarf.

Für Quereinsteiger oder PR-Schaffende, die bereits im Berufsleben stehen, gibt es inzwischen eine Vielzahl von berufsbegleitenden Angeboten, um Kenntnisse neu zu erwerben, aufzufrischen oder zu vertiefen – zeitlich flexibel vom Studium über Seminare bis zu E-Learning-Programmen. Dies trägt auch dazu bei, in Theorie und Praxis am Puls der Zeit bleiben – und die eigene tägliche PR-Arbeit zu optimieren.

Auch der Besuch von Branchen-Veranstaltungen – in Deutschland zum Beispiel die re:publica oder der Kommunikationskongress in Berlin – lohnt sich besonders für Einsteiger, um Trends und Entwicklungen zu verfolgen sowie Kontakte zu knüpfen.“

Sind ehemalige Journalisten, die in die PR wechseln, automatisch gute Kommunikatoren, weil sie – wie man annehmen könnte – wissen, was Presse und Publikum wollen?

„Nicht automatisch. Von Vorteil ist sicherlich das in vielen Fällen gute Netzwerk mit langjährigen Kontakten. Hinzu kommt eine hohe Glaubwürdigkeit und Authentizität, falls früher für anerkannte Qualitätsmedien gearbeitet wurde – inklusive entsprechendem Know-how journalistischer Darstellungsformen und Arbeitsweisen.

Gute Kommunikation zeichnet sich aber auch durch eine effektive und stringente Orientierung der PR-Arbeit an der übergeordneten Unternehmens- und davon abgeleitet der Marketing- und Kommunikationsstrategie aus. Dieses Know-how müssen sich „Seitenwechsler“ oftmals noch aneignen – insbesondere wenn der hierfür relevante Betriebswirtschafts- und Marketing-Hintergrund aus Studium und Praxis fehlt.“ 

Blick in die Glaskugel: Sehen Sie den einen Kommunikationstrend 2017 schon am Horizont?

„Der übergeordnete Mega-Trend über alle Branchen und Disziplinen hinweg bleibt der mit rasender Geschwindigkeit fortschreitende digitale Wandel. Insbesondere das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten ändert sich in immer kürzeren Zyklen. Technologische Innovationen schaffen die Voraussetzung für eine Vielzahl neuer medialer Angebote und sorgen so für eine weitere Markt-Fragmentierung. Wichtiger denn je ist es – angesichts dieser Reizüberflutung – seine Zielgruppe klar zu definieren und mit dem Wissen um deren Einstellungen und Verhaltensweisen auf ihrer „Reise“ entlang ihrer Kontaktpunkte zu begleiten: im Optimalfall als vertraute Qualitäts-Marke mit hochwertigen, mitreißenden und überzeugenden Inhalten.

Mit Blick auf die Darstellungsformen gewinnt in der Kommunikation Bewegtbild weiter massiv an Bedeutung – durch neues technisches Equipment zur Content-Erstellung wie zum Beispiel 360°-Kameras, neue Endgeräte mit entsprechenden Screens, neue Social-Media-Plattformen wie Snapchat oder neue Features wie Facebook Live.

Entscheidend über alle medialen Kanäle hinweg sind und bleiben klare und einheitliche Botschaften – in der Ausgestaltung angepasst an die Möglichkeiten und Besonderheiten der jeweiligen Angebote, besonders in der Art der Ansprache und den möglichst offenen Dialog mit den unterschiedlichen Adressaten, von Medien bis hin zu Endkunden. Die Grenzen zwischen den Adressaten sind dabei zunehmend fließend, da jedes Individuum selbst mehr denn je auch Multiplikator ist. Neben Medien und Digital Influencers wie zum Beispiel Bloggern gewinnen zunehmend auch reichweitenstarke User mit vielen Fans und Followern an Bedeutung. Diese Entwicklung antizipierend werden mit Blick auf Kommunikations-Strukturen und -Prozesse PR, Social Media, Community- und Kunden-Management immer enger verzahnt.“


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