20 Tipps: Pressearbeit für Start-Ups

Ab wann ist Pressearbeit für Start-Ups und andere Jungunternehmer sinnvoll?

Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten: Sobald Du einen konkreten Plan bis zum Launch Deines Produkts aufgestellt hast, solltest Du Dir auch über die Kommunikation mit Medien und Öffentlichkeit Gedanken machen. Die Zeit vergeht wie im Flug und Du kannst sie nutzen, um an Deiner Message zu feilen, Kontakte mit Journalisten zu knüpfen und damit beginnen, Deine Story über die digitalen Kanäle zu verbreiten.

Die folgenden 20 Punkte sollen Dir als Hilfestellung für Deine PR dienen. Bleiben am Ende Fragen offen, melde Dich jederzeit bei mir.

1.Beantworte die W-Fragen
Die Antworten auf diese Fragen sind nicht nur für Dich als Founder wichtig, sie sind es auch für Deine Öffentlichkeitsarbeit. Sie helfen Dir dabei, Journalisten in wenigen Worten Dein Unternehmen und Dein Produkt näherzubringen. Mehr dazu: Die wichtigste W-Frage für Deinen Pressetext.

2.Mach die Menschen neugierig!
Auch wenn es bis zum Launch noch einige Monate dauert: Besetze frühzeitig Deine bevorzugten Kommunikationskanäle und beginne damit, Deine Story zu erzählen. Erkläre Dein Produkt und mach die Menschen neugierig.

3.Beantworte die Frage nach dem Warum
Warum tust Du das, was Du tust? Ich bin der Meinung: Die Antwort auf diese Frage wird Journalisten rasch die Möglichkeit geben, Dich und Dein Unternehmen zu verstehen. Ein paar Gedanken dazu findest Du hier: Die Frage nach dem Warum.

4.Der Pitch: Suche den Kontakt zu Journalisten
Welches Produkt entwickelst Du? Wer sollen Deine Kunden sein? Diese Fragen hast Du wahrscheinlich schon beantwortet. Stell Dir nun die Frage: Welche Medien konsumieren diese Menschen? Daraus ergibt sich eine vermutlich nicht zu knappe Liste an Journalisten, die Du schon vorab kontaktieren kannst. Erzähle ihnen von Deinem Unternehmen und Deinem Produkt und knüpfe so erste Kontakte. Sieh es wie einen Pitch vor potenziellen Investoren – nur dass es in diesem Fall nicht um Kohle, sondern um mögliche Berichterstattung geht.

5.Adaptiere Deine Story
Je nachdem welche Medien Du kontaktierst, kann der Schwerpunkt Deiner Message variieren. Ein Gründermagazin ist vermutlich an einem anderen Aspekt Deiner Story interessiert als das Fachmedium aus Deiner Branche.


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6.Schreibe eine Presseaussendung
Steht der Produktlaunch vor der Tür, benötigst Du eine Presseaussendung – also den einen wirklich guten Text, der Dein Produkt kompakt und informativ beschreibt. Mach keinen Schnellschuss, sondern entwickle in Ruhe Deinen Text. Drei Tipps dafür habe ich vor einiger Zeit hier aufgeschrieben: 3 Dinge, die Deinen Pressetext von anderen abheben.

7.Sorge für gutes Bildmaterial
Eine Story lebt von guten Bildern. Sorge dafür, dass Du mindestens ein bis zwei Fotos Deines Produkts und Deines Gründerteams in druckfähiger Qualität im Hoch- und Querformat bereitstellen kannst.

8.Erstelle eine Pressemappe
Pressemappen, also eine Zusammenstellung Deiner Presseinformationen, sind ein probates Mittel, um einem Journalisten im direkten Gespräch Informationen zu Deinem Business zu überreichen. Die Pressemappe kannst Du natürlich auch in digitaler Form auf Deiner Website zum Download anbieten (siehe Punkt 10).

9.Erstelle einen Presseverteiler
Wer erhält Deine Presseaussendung? Die bereits von Dir kontaktierten Journalisten – klar – aber vielleicht auch nach andere Redaktionen? Fasse alle Deine Kontakte im Programm oder der E-Mail-Software Deiner Wahl zusammen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anbieter, die Softwarelösungen für PR-Zwecke anbieten.

10.Bastle einen Pressebereich für Deine Website
Wer schon mal auf meiner Website vorbeigesehen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass ich schon an mehreren Stellen darüber geschrieben habe, dass ein Online-Pressecorner auf der eigenen Website essentiell ist. Und nein, ein Pressecorner ist keine Auflistung der bereits erschienenen Artikel über Dein Unternehmen. Es geht darum, sämtliche für die Medien relevanten Infos übersichtlich bereit zu stellen. Wie das genau geht, erkläre ich hier: Mach Deine Informationen jederzeit für Journalisten verfügbar.

11.Sei sichtbar
Irgendjemand muss im Rampenlicht stehen und für das Unternehmen sprechen. Nicht nur über das eigene Produkt, sondern auch als Experte für die Branche oder ein bestimmtes Segment. Wenn Präsenz in der Öffentlichkeit nicht Dein Ding ist, findet sich wohl in jedem Founderteam ein Mitglied, das man zur Rampensau aufbauen kann.

12.Sei erreichbar
Journalisten brauchen einen Ansprechpartner, an den sie sich bei Fragen wenden können – und das mehr oder weniger zu jeder Tageszeit.

13.Reagiere schnell
Journalisten benötigen meist rasch eine Antwort, weil sie eine Deadline für ihre Story haben. Das bedeutet, dass Du bei Anfragen (meist) schnell liefern musst – egal ob es um ein bestimmtes Bild, ein Zitat oder eine Interviewanfrage geht. Ein bisschen mehr dazu hier: Was Du bei Deiner Medienarbeit nie tun solltest.

14.Nütze die Kraft der lokalen Medien
Alle wollen in die großen Tageszeitungen und in die publikumsträchtigen TV-Sendungen. Schon klar. Aber alle kennen beispielsweise auch die lokalen Zeitungen, die jede Woche im Postkasten landen. Wenn Du also in einer bestimmten Region punkten willst, kommst Du medial so direkt zu Deinen Wunschkunden. Mehr dazu: Eine Lanze für die „kleinen“ Medien.

15.Reagiere auf Themen
Gibt es ein aktuelles Thema, das Deine Branche betrifft? Eines, zu dem Du als Experte eine Meinung hast? Ein Problem, zu dem Du einen Lösungsansatz kennst? Wunderbar! Denn manchmal gilt:  Reagieren statt agieren – warum auch mal nicht?

16.Sammle Rezensionen
Positive Stimmen über Dein Unternehmen und Dein Produkt sind für Dich doppelt relevant. Holst Du Feedback von Kunden ein, hilft es Dir zum einen natürlich bei der Weiterentwicklung Deines Produkts. Doch nicht nur das: Echte Stimmen von echten Kunden, die vielleicht erklären, wobei und wie ihnen das Produkt geholfen hat, liefern auch Journalisten gute Orientierung.

17.Nütze jede Gelegenheit
Das Zitat von Outfittery-Gründerin Anna Alex ist längst Legende: „Wir halten unsere Gesichter in jede Kamera.“ Was will ich Dir damit sagen? Nütze jede Gelegenheit, die sich bietet, um Medienpräsenz zu erzeugen. Oder sagen wir: Fast jede. Wichtig ist, dass Du Dich dabei wohl fühlst und dass der Auftritt zu Deinem Unternehmen passt.

18.Nachfassen
Hier scheiden sich die Geister: Für manche ist es Pflicht, für andere ein No-Go. „Nachfassen“ bedeutet nichts anderes, als etwa nach einer versandten Pressemitteilung beim Journalisten Deiner Wahl nachzufragen, ob sie oder er die Möglichkeit der Berichterstattung sieht. Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Man muss es mögen. Es gibt Journalisten, die diese Art von Nachfragen partout nicht wollen. Andere wiederum werden durchaus gerne an ein Mail, das sie vielleicht nur kurz überflogen haben, erinnert – vielleicht sogar mit Zusatzinfos, die Du Dir genau für diese Anrufe aufgehoben hast. Wenn Du keine Lust auf Nachfassen hast, frage bei den von Dir auserwählten Medienvertretern einfach vorher nach, ob Dein Thema für sie interessant ist (siehe Punkt 4).

19.Outsourcen
In Summe sieht das alles nach recht viel Arbeit aus, oder? Kann es mitunter auch durchaus sein. Ich bin der Meinung, man kann – vorausgesetzt man hat Zeit und einen langen Atem – in der PR sehr viel selbst machen bzw. sich gewisse Dinge aneignen. Punktuell ist es aber auch bestimmt sinnvoll, professionelle Unterstützung zu suchen. Texte schreiben, Pressekontakte herstellen, Medieninformationen aufbereiten, Kommunikationsstrategien entwickeln, Pressegespräche organisieren, Medienbeobachtung und und und…es gibt für alle diese Dinge Profis, die Dich unterstützen können.

20.Ein Punkt noch: Wie misst Du Deinen Erfolg?
Den Erfolg von Pressearbeit für Start-Ups und andere Unternehmen zu messen ist nicht immer leicht. Doch es gibt Mittel und Wege, wie man es schaffen kann, den Nutzen und den Wert Deiner Medienarbeit darzustellen. Mehr unter: Wie erkläre ich den Nutzen von Pressearbeit?

Viel Erfolg!


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