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Das große Missverständnis: Was Pressearbeit nicht ist

Ich habe an dieser Stelle schon kurz angerissen, dass ich zu diesem Thema einen Beitrag schreiben werde – jetzt ist es also soweit.

Neben sämtlichen Dingen, die man in der Pressearbeit tun kann, gibt es auf der anderen Seite auch einiges, was man unterlassen sollte.

Oder anders formuliert: Ich möchte hier heute darüber schreiben, was Pressearbeit nicht ist.

Gerade UnternehmerInnen, die sich zum ersten Mal mit dem Thema befassen, haben mitunter völlig falsche Vorstellungen davon.

„Du kaufst also die Artikel ein?“

Dazu eine kurze Geschichte:

Im letzten Jahr traf ich mich zu einem Erstgespräch mit einem Unternehmer. Er hatte mich kontaktiert und mir schon vor unserem Treffen am Telefon berichtet, dass er unzählige Anfragen von Medienhäusern habe und er Unterstützung dabei benötigen würde, diese Anfragen zu bewerten und zu bearbeiten – und ganz generell wolle er das, was viele wollen: Mit seinem Produkt in Medien präsent sein.

Das klang auf den ersten Blick ja grundsätzlich schon mal nach einem Plan.

Wir haben uns dann getroffen und nach einiger Zeit – nachdem er mir sein Unternehmen und seine Projekte vorgestellt hatte – fragte er mich dann: „Du kaufst also die Artikel ein, die Berichterstattung…und kannst machen, dass wir es billiger bekommen?“

Die „unzähligen Anfragen von Medienhäusern“ waren also normale Sales-Anfragen (Geld gegen Inserate, um ein Beispiel zu nennen).

Nach einer Zehntelsekunde der Verwunderung habe ich das verneint – und ihm auch erklärt, warum (und dabei auch kurz ein wenig die Enttäuschung in seinen Augen wahrgenommen).

Was Pressearbeit (nicht) bedeutet

Ich habe versucht, ihm zu erklären, was Pressearbeit bedeutet und was sie nicht bedeutet.

Pressearbeit bedeutet nicht, Geld auf den Tisch zu legen und am Ende des Tages kommt dann irgendwann die Berichterstattung raus. Das wäre eine bezahlte Medienkooperation oder wie immer man das auch bezeichnen möchte, hat aber nichts mit „klassischer“ Medienarbeit zu tun.

Pressearbeit bedeutet, Deine Story und Deine Themen zu finden und die Informationen darüber so attraktiv aufzubereiten, dass sie für Medienvertreter derart interessant ist, dass sie darüber berichten wollen. Weil das Thema beispielsweise relevant, witzig oder aktuell ist.

Du liest es aus diesen Zeilen vermutlich schon heraus: Ob dann tatsächlich über Dein Produkt berichtet wird, lässt sich nicht garantieren. Aber das ist eine andere Geschichte, der ich hier auf diesen Seiten bzw. im Rahmen meiner Serie „So planst Du Dein PR-Jahr“ demnächst Raum geben werde.

Und tja, die Zusammenarbeit mit dem potenziellen Kunden kam dann übrigens nicht zustande. Aber ich fand es gut, dass er dieses Thema angesprochen hatte: Viel zu oft gehen Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen in ein Projekt, zwangsläufig sind Enttäuschung, Ärger und Frust die Folgen.


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