Ist das nicht krank?

Ein wirklich gutes und abwechslungsreiches Lesevergnügen bietet regelmäßig das Magazin PR Report aus dem deutsch-österreichischen Oberauer Verlag.

Ausgabe 1/2018 hebt Allianz-Kommunikationschefin Sabia Schwarzer auf das Titelblatt, die auf knapp sieben Seiten über ihren durchaus als herausfordernd zu bezeichnenden Job und die Unterschiede zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten spricht. „In den Befragungen der Mitarbeiter hatte ich wahrscheinlich die schlechtesten Ergebnisse“, sagt die 48-Jährige. Nicht leiwand, sage ich – und möglicherweise durchaus berechtigt, dass aus Frau Schwarzer auf dem Cover „Frau Furchtlos“ wurde. Sehr, sehr spannende Lektüre.


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Ein weiteres Thema, das genau den Zeitgeist trifft und über das ich hier auch schon einige Male geschrieben habe, ist jenes der ständigen Erreichbarkeit: „Immer, immer, immer erreichbar – wie renommierte Kommunikationsprofis gegen den Stress kämpfen“.

Mit dem Smartphone am Begräbnis

Da liest man von Burn-Out. Oder von Kommunikationsverantwortlichen, die ganz selbstverständlich zwei Stunden Arbeit und Erreichbarkeit pro Tag einplanen – „an normalen Urlaubstagen“. Oder von einem Kommunikationsprofi, der beim Begräbnis seiner Oma Journalisten am Telefon hatte. Und da fragt man sich unweigerlich: Ist das nicht krank?

PR Report 1/2018.

PR Report 1/2018.

Klar, Kommunikation ist kein Nine-to-Five-Job. Es gibt keinen klassischen Feierabend, Medienarbeit findet auch abends und am Wochenende statt. Ein ehemaliger Kollege sagte mir vor kurzem: „Ich kann als Chef einer Social-Media-Agentur nicht einfach offline sein.“

Klingt logisch. Und natürlich hängt viel von Unternehmen, Firmenstruktur, Branche, Größe des Teams und damit verbundenen Stellvertreterregelungen bei Abwesenheit und anderen Parametern ab. Und gerade die eben erwähnten Beispiele handeln von Kommunikationsverantwortlichen in Weltkonzernen. Aber rechtfertigt das diese Extreme?

Gerade in diesen Tagen beginnen in meinen Timelines gefühlt mehr Menschen als bisher die socialmediale Fastenzeit und kündigen dies mit bedeutungsschwangeren Postings an. Und auch immer wieder berichten zahlreiche Medien über die Abhängigkeit von Smartphones & Co und bewerben dies mit gesponserten Beiträgen auf Facebook.

So ist das Business – anscheinend. Letztlich muss jeder seinen eigenen Medienmix finden. Wer sich von der Kommunikation treiben lässt und nicht selbst das Steuer in der Hand hat, verliert. Denn auch wenn man seinen Job noch so sehr liebt, finde ich: Wer Arbeit im Urlaub als Normalzustand betrachtet, hat die Kontrolle über das wichtigste verloren: Die Selbstbestimmtheit oder schlicht – das Leben.

Und wenn ich persönlich für meinen Geschmack nach wie vor viel zu oft am Handy hänge, habe ich vorletzten Sommer einen für mich gangbaren Weg gefunden. Vielleicht findest Du darin ja den einen oder anderen nützlichen Aspekt für Dich. Genau darum geht´s nämlich: Keine teuren Digital-Detox-Camps, sondern die einfachsten Lösungen. Diese sind ja manchmal nicht die schlechtesten.

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