Reagieren statt agieren – warum auch mal nicht?

Geht es um Pressearbeit, dann hört man oft: Werde selbst aktiv. Bloß nicht defensiv warten, ob etwas passiert. Agieren statt reagieren. Dem Gegner sein Spiel aufzwingen, würde man jetzt im Fußball sagen.


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Das Thema setzen oder vorgeben ist so eines der ungeschriebenen Gesetze der Pressearbeit. Und natürlich ist das sinnvoll. Es kann aber auch anders gehen.

Dann nämlich, wenn medial ein Thema behandelt wird, zu dem Du eine fundierte Meinung oder einen Lösungsansatz für ein Problem hast oder in irgendeiner anderen Art und Weise sinnvoll etwas zur Diskussion beitragen kannst.

Wer erinnert sich beispielsweise noch an den Pferdefleischskandal, der Europa im Jahr 2013 über mehrere Monate beschäftigt hat? In mehreren Ländern wurde in als Rindfleischprodukten gekennzeichneten Lebensmitteln bis zu 100 Prozent Pferdefleisch nachgewiesen. Betroffen waren unter anderem namhafte, weltbekannte Unternehmen, das Wort „Shitstorm“ geriet zum Hilfsausdruck.

Ein Segen für die Pferdefleischhauer

Screenshot: Die Presse

Screenshot: Die Presse

Nun erinnere ich mich an Medienberichte, die schon in der Frühphase des Skandals vom Ansturm auf Pferdefleisch verarbeitende Betriebe erzählten.  „Ein Segen für die Pferdefleischhauer“, titelte beispielsweise „Die Presse“ über einen der traditionellen Wiener Pferdefleischer.

Viele Menschen seien durch die Berichterstattung erst (wieder) neugierig geworden, Gastronomen hätten vermehrt Pferdefleisch geordert und überhaupt sei dieses fettarm sowie reicher an Vitaminen und Eisen als etwa Rindfleisch, wurde die Geschäftsführerin damals zitiert (ein Thema, zu dem ich übrigens erst vor kurzem ein Gespräch zweier älterer Damen in der Straßenbahn belauscht habe).

Ich weiß nicht, ob diese Geschichten bewusst lanciert wurden. Aber ganz unabhängig davon: Dies war ein Paradebeispiel dafür, wie man ein aktuelles Thema, das noch dazu negativ besetzt war, positiv für das eigene Unternehmen nutzen kann.

Also:

  • Beobachte Deine Branche oder andere Geschäftszweige, die vielleicht etwas mit Deinem Business zu tun haben.
  • Sei wachsam: Welche Themen werden gerade diskutiert, gibt es einen Aufreger oder ein die gesamte Branche betreffendes Problem?
  • Hast Du dazu eine Meinung? Natürlich hast Du eine, es geht schließlich um Dein Geschäft. Formuliere sie kompakt aus.
  • Kontaktiere jene Journalisten, die über das Thema berichten und biete Deine Expertise bzw. Dich selbst als Gesprächspartner an.

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